Nach dem “Sturm” ist vor dem Sturm

Michael Kühl will es schauspielerisch wissen
Nach dem "Sturm" ist vor dem Sturm

Nach dem “Sturm” ist vor dem Sturm

Seine künstlerischen Ambitionen waren ihm wichtiger als die Sicherheit. Deshalb ist Michael Kühl nun ins weite Land der schauspielerischen Freiheit gesprungen, raus aus dem sicheren Nest der Hauptrollen-Verpflichtung bei „Sturm der Liebe.“ „Ich will künstlerisch glücklich sein und meine Ziele verfolgen. Dafür bin ich bewusst dieses Risiko eingegangen.“
Das Risiko nicht zu wissen was kommt, sieht der 29-Jährige als Herausforderung und Chance zugleich. Michael Kühl will lernen und sich schauspielerisch weiterentwickeln. So füllt er die neu gewonnene Zeit momentan mit Schauspielkursen bei Meistern der Branche weltweit. Zum Beispiel bei dem kanadischen Oscarpreisträger Paul Haggis und dem argentinischen Schauspiellehrer Fernando Piernas. „Ich versuche an die Quelle der Schauspielkunst zu gehen. Es gibt auch sehr gute deutsche Coaches, aber auch die waren bei diesen Lehrern. Also mache ich die Kurse direkt bei Ihnen.“

In den Kursen wird von den Schülern viel gefordert. Paul Haggis legte in seinem Kurs in Berlin den Fokus auf das Szenenstudium. Auf Englisch mussten sich Michael Kühl und seine Mitstreiter Szenen erarbeiten, während der Drehbuchautor und Regisseur von „L.A. Crash“ Paul Haggis sie dabei coachte. Diese Arbeit konnten sich Regisseure, Schauspieler und andere Interessierte aus der Branche anschauen. „Ich habe viel gutes Feedback bekommen. Regisseure, die zugeschaut hatten kamen hinterher auf mich zu. Mal schauen, was aus diesen Kontakten wird.“

In dem dreiwöchigen Kurs bei Fernando Piernas in Madrid ging es darum, eine Szene wahrhaftig spielen zu können. „Fernando Piernas war es wichtig, die Logik einer Szene zu analysieren und zu verstehen. Denn wenn man die nicht versteht, kann man auf der Bühne nicht wahrhaftig sein und fängt dann an zu schauspielern. Das war sehr anstrengend, nicht nur, weil er viel verlangt und der Kurs auf Spanisch war, sondern vor allem, weil die emotionale Öffnungsarbeit an die Substanz geht“, erzählt der Schauspieler. Aber der Lehrer hat Michael Kühl dahin gebracht, wo er hinwollte: zum Kern seiner Gefühle, seiner Wut, Trauer und seines Glücks und der Fähigkeit, diese zu zeigen.

„Für mich ist es großer Luxus, dass ich mir diese guten Lehrer aussuchen kann. Schon alleine dafür war die Zeit bei ‘Sturm der Liebe‘ gut. Jetzt hoffe ich, dass ich bald in tollen neuen Projekten zeigen kann, was ich dort gelernt habe.“ Für Michael Kühl ist die Welt dabei das Spielbrett. Er möchte sich sowohl in Deutschland, als auch in England und Amerika nach neuen schauspielerischen und filmischen Herausforderungen umschauen. Denn schließlich wolle er als Schauspieler alles Mögliche rausholen. Wenn das gelingt, wäre es sein persönliches und berufliches Glück!