Eine spektakuläre Autofahrt

Carsten Faseler spielt in dem Film „Bollos“ mit
Carsten Faseler spielt in dem Film „Bollos“ mit

Eine spektakuläre Autofahrt

Dieser Film wagt etwas, was im Spielfilm bislang noch kaum gemacht wird: es wird durchgehend mit einer 360 Grad Kamera gedreht. Die Kameras sind zwar immer mehr im Kommen und werden für Werbung, Musikvideos und Dokumentationen gerne genutzt, aber noch nicht als einziges Aufnahmemedium im Spielfilm. Der Regisseur, Sebastian Robra, hat genau das aber für seinen Abschlussfilm der Bauhaus Uni Weimar gemacht.

Der Film erzählt die Geschichte einer Autofahrt, bei der sich fünf fremde Menschen auf engstem Raum langsam näherkommen. Während sich der Fahrer Benno, die schwangere Kathi, die Musikerin Aludra und der arbeitslose Zauberer Matthias auf der Mitfahrgelegenheit kennenlernen, bleibt der fünfte Fahrgast schweigsam. Was hat er nur in seinem Koffer? Carsten Faseler spielt Benno den Fahrer. Für die Schauspieler ein aufregender Dreh. „Ich war recht nervös, denn ich musste drei Sachen gleichzeitig machen: Autofahren, spielen und Berliner Dialekt sprechen. Trotzdem hat es total Spaß gemacht, denn wir konnten die Szenen wie im Theater durchspielen. Dadurch, dass die Kamera ja einen 360 Grad Blick ermöglicht, muss man nicht abbrechen und die Kamera umbauen. Schlecht nur, wenn wir uns zum Beispiel versprochen haben. Dann mussten wir mit dem Auto an den Startpunkt der Szene zurückfahren und von dort wieder ansetzen“, erzählt Carsten Faseler.

Die Kamera war in der Mitte des Autos versteckt. Von dort aus hatte sie das ganze Geschehen im Auto im Blick. Der Regisseur, Sebastian Robra allerdings konnte nichts sehen. Er saß versteckt hinter einer Wand von Koffern im Kofferraum. Er konnte das Spiel der Schauspieler nur über Kopfhörer verfolgen. Ein Monitor für diese spezielle Kamera war im Produktionsbudget, das über Crowd-Funding finanziert wurde, nicht drin. Also musste er auf das vertrauen, was er hörte und was er bei den Proben im Wohnzimmer gesehen hatte. Da hatten sie nämlich mit Stühlen die Szenerie im Auto nachgestellt und so den Dreh geprobt.
Nach der geplanten Premiere des Films Ende Juli, will Sebastian Robra den Film nicht nur über Youtube und Vimeo zeigen, sondern auch in Planetarien in ganz Deutschland. Dort kann dann auch der aufwendig aufgenommene Ton über die Dolby Surround Anlage, das bildliche 360 Grad Erlebnis akustisch vollenden.